Familie Lenzing

Die Familie Lenzing lässt sich bis zur Geburt von Rix Lenzing im Jahr 1570 in Sielen, Hessen zurückverfolgen. Der Name Lenzing leitet sich vom Heiligennamen Laurentius ab. Daraus wurde im Laufe der Zeit Lorenz und die Kurzform Lenz. Entstanden ist der Name vermutlich im 14. Jahrhundert. Damals stellten sich die Menschen unter den Schutz von Heiligen. Anfangs arbeiteten die Männer hauptsächlich als Schäfer, übten nebenbei aber auch Berufe, wie z.B. Richter aus. Die Familie lebt in Sielen bis Anfang des 20. Jahrhunderts, als Andreas Lenzing nach dem Tod seiner Ehefrau Maria Steinberg beschließt mit seinem Sohn Bernd George und dessen Familie nach Mettmann zu ziehen, um dort als Leineweber und Tagelöhner zu arbeiten. Er verstirbt dort 1915. Bernd George hat mit seiner Ehefrau Elise Lisette insgesamt 11 Kinder.

Das Foto wurde während des 1. Weltkrieges 1916 aufgenommen. Es herrschte bittere Not. Auf dem Mittagstisch standen meist nur - das damalige Hauptnahrungsmittel - Kohlrüben. Eliese Lenzing (2. v.l.) war zu diesem Zeitpunkt 35 Jahre alt. Die Frauen waren meist auf sich gestellt. Neun Kinder waren zu versorgen, mussten gepflegt und gekleidet werden. Zum Nähen und Stricken blieb fast immer nur die Nacht! Ihr Mann Bernd Lenzing konnte finanziell nur wenig beitragen, da er ein armer Leineweber war.

In dieser Zeit begann die Emanzipation der Frauen. Bis dahin waren sie an das Haus gebunden und meist nur Hausfrau. Der Kinderreichtum war damals lebensnotwendig, damit Bauernfamilien überhaupt existieren konnten. Die Bauern arbeiteten ja mit primitivsten Mitteln, mit Sense und Dreschpflegel, ohne Maschinen, ohne Elektrizität. Die Kinder mussten schon früh mithelfen und bestimmte Arbeitsaufgaben übernehmen. Dementsprechend kurz war die Kindheit. Die Familie Lenzing lebt in Mettmann in Armut. Ihr einziger Reichtum waren die Kinder, deren musisches und sportliches Talent auffallend war.

Dieses Foto aus dem Jahre 1924 zeigt die zehn Kinder als Mitglieder des "Mettmanner TV 1882" von links: Elisabeth (4), Marta (8), Irma (10), Martin (12), Fritz (13), André (15), Elfriede (17), Mariechen (24), Georg (19) und Willi (20). Zwei von ihnen errangen den Titel "Deutsche Kunstturnmeisterin": Irma (1940) und Elisabeth (1951).